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Das BM-Jahr 2012 ist bisher eine milde Enttäuschung. Sicher, es gab ein paar positive Überraschungen, etwa Licht Erlischt... oder Beyond Terror Beyond Grace, aber es gab auch mehr Langeweile, als ich mir gewünscht hätte. Da ist es schön, über Veröffentlichungen wie die Split-LP von Marnost und Seeds In Barren Fields zu stolpern.
Wobei ich an dieser Stelle nicht großartig auf SIBF eingehen möchte. "Beneath the somber halls" ist ein zerfahrener und überlanger Versuch, nach Weakling und Cascadia zu klingen. Hat sicher seine Momente, ist aber viel zu durchwachsen, um wirklich zu gefallen. Und wenn auf der anderen Seite Marnost zum Tanze aufspielen, besteht eigentlich kein Grund, die Unfruchtbaren Felder jemals nach oben zu drehen. (-)
Von Marnost habe ich bisher noch nichts gehört, aber was die Tschechen mit "Svudcove lidstva" abliefern, das ist allerfeinstes BM-Geholze. Die Stoßrichtung ist auch hier der amerikanische Nordwesten, musikalisch vielleicht etwas derber als der durchschnittliche Waldschrat und qualitativ ganz oben mit dabei. Los geht's mit schleifenden Doomriffs und jeder Menge Feedback, später wird das Tempo behutsam angezogen, eine Leadgitarre drängt sich in den Vordergrund, und nach über vier Minuten Vorspiel explodiert das Stück in der geilsten BM-Orgie, die ich dieses Jahr zu Ohren bekommen habe. Entfesselt, leidenschaftlich, dramatisch und atmosphärisch - das sind die Schlagworte, die Marnost mit musikalischem Leben erfüllen. Aufgenommen wurde das Ganze im Proberaum der Truppe, und das Ergebnis wirft (wieder mal) die Frage auf, warum andere Leute tausende Euros in irgenwelche Tonstudios schleppen. "Svudcove lidstva" klingt absolut perfekt: wunderbar räudig, aber trotzdem differenziert genug und mit ordentlich Bumms gesegnet. Anders könnte das Stück fraglos klingen, besser wohl kaum. (9)
Ganz unabhängig von SIBF würde ich sagen wollen, dass man diese Split-LP unbedingt haben muss. Allerdings bin ich mir durchaus der Tatsache bewusst, dass das mit dem käuflichen Erwerb heutzutage so eine Sache ist. Deswegen will ich mich auf diese realistischere Hoffnung beschränken: Sollte man unbedingt gehört haben. |
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