WINTERTHRONE

The Godslayer (CD 2012)


Winterthrone. Album Nummer drei nach fünf Jahren Pause. Da Herr Brückner einem eventuellen Hang zu etwas sanfteren Klängen bei Psychomantum nachgehen kann, würde man keine sonderliche Verweichlichung erwarten - und die ist dann auch nicht eingetreten. Nein, wo Winterthrone draufsteht, ist noch immer Limbonic Art in rumpelräudig drin, zumindest so ungefähr.
Wenn ich Unterschiede finden müsste, würde ich vermuten, dass "The Godslayer" ein kleines bisschen organischer klingt als seine Vorgänger. Allerdings habe ich jetzt keinen Nerv, etwa "Bones" rauszukramen, um diese Vermutung zu verifizieren. Es soll an dieser Stelle reichen festzuhalten, dass Winterthrone (noch immer) Sympho-BM spielen, bei dem "Sympho" in erster Linie als explosiv und bombastisch interpretiert wird. Das Ganze ist als massive Klangwand ziemlich beeindruckend, mir auf Dauer aber ein bisschen substanzarm. Dramatik oder Dynamik gibt's in eher homöopathischen Dosen, Theaterdonner dafür beinahe ohne Unterlass. Richtig Spannung will da nicht aufkommen, auch weil die absoluten Gänsehautmomente für meinen Geschmack fehlen. Ein paar ganz nette Passagen gibt es zwar durchaus zu bestaunen (z.B. bei "In the Silver Chamber"), doch werden die nicht ausgebaut sondern bald von der nächsten Bombastbreitseite zur Strecke gebracht. In diesem Sinne ist der LA-Vergleich nicht wirklich zutreffend, denn die beiden Norweger waren zumindest in der Vergangenheit ziemlich fähige Dramaturgen.
Nun soll das keinesfalls heißen, dass "The Godslayer" schlecht wäre. Wenn man mal vom Stromtrommler absieht, der stellenweise arg beschissen klingt, so ist Winterthrone ein ganz ordentliches Album gelungen. Diese Art von Bombastgerüpel ist immerhin anno 2012 halbwegs originell und wurde hörbar mit Leidenschaft umgesetzt; daran ändert auch die Tatsache nichts, dass derlei Zeug nicht 100%ig meinen Geschmack trifft.

6 /10

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Erik
07.06.2012