SHORES OF LADON

Lupercal (MCD 2012)


Ach ja. Ein tiefer Seufzer entfährt mir beim Anblick von "Lupercal". TH, UAFM - Shores of Ladon haben in Sachen "Gestaltung" wirklich den Weg minimaler Kreativität und maximalen Klischees gewählt. Muss ich mir das wirklich anhören, um mir ein paar gelangweilte Zeilen aus den Fingern zu saugen?
SOL sind eine (noch) eher unbekannte Formation aus der deutschen Peripherie, doch als erstes Lebenszeichen geht diese MCD trotzdem nicht durch, haben die Meck-Pomler doch die zweifelhafte Angewohnheit, jeden Pups unters Volk zu bringen. Viel eher haben wir es also mit einem Destillat des bisherigen Bandschaffens zu tun. Wirklich neu ist "Lupercal" daher nicht, aber - auch wenn das Äußere in all seiner hoffnungslosen Langeweile geradezu zum Heulen ist - musikalisch ist das Ganze gar nicht übel.
Nach Darkthrone klingt das Scheibchen - dengötternseidank! - nicht, nein, SOL frönen einem BM eher eingängiger, vergleichsweise ungrimmiger Machart. Ziemlich melodisch geht es zu, und wenn die Leadgitarren aufsingen, denn verpassen sie dem Material durchaus epischen Charakter. Und auch wenn es heutzutage wohl eher negative Assoziationen weckt, kann man dem Gebotenen wohl einen gewissen heidnischen Charakter zuschreiben, heidnisch wie etwa Hagal; und dieser Vergleich ist absolut als Lob zu verstehen, haben Hagal doch mit den besten deutschen BM der letzten zehn Jahre fabriziert.
Eher unerwartet haben Shores of Ladon ein ziemlich patentes Stück BM rausgehauen. "Lupercal" ist schwungvoll und bissig, und die Band hat durchaus so etwas wie ihren eigenen Stil, der noch dazu nicht allzu ausgelutscht ist. Wenn die Truppe irgendwann ein Album hinbekommen sollte (bitte ohne fünf oder sechs Promodemorehearsals), könnte das 'ne ziemlich Bombe werden.

7 /10

Official Website

Sol Records

Eternity Records

 

Erik
13.11.2012