|
Donnerwetter!
Orenda gibt's ja im Prinzip nicht erst seit gestern, aber auf dem Kieker hatte ich die Bulgaren absolut nicht. Dabei ist "Only Death Lives Here" schon das fünfte Album der Truppe, wenn man die Vorgängerband mitrechnen will. Wo auf einmal so ein schweinegeiles Scheibchen herkommt, weiß ich nicht zu beurteilen, kann euch allen aber nur wärmstens empfehlen, mal ein Ohr oder zwei zu riskieren.
Orendas Black Metal basiert auf einem fiesen, monotonen und ziemlich simplen Schlagzeug. Flott geht's zu, Tempowechsel gibt's eher keine, großartige technische Leistungen auch nicht. Aber wie das reinhaut! Diese unverblümte Aggression ist ziemlich einzigartig und verleiht dem ganzen Album einen barbarischen Charakter, wie er mir noch nicht untergekommen ist. Dazu gibt's böses Geknurre und ein, zwei schnörkellose Riffs pro Lied. Außerdem kann jedes Stück mit dem sogenannten gewissen Etwas aufwarten; mal sind das rhythmische Akzente, mal die Andeutung einer Gitarrenmelodie, mal irgendwelche anderen Spielereien. Doch ich will "Only Death Lives Here" nicht zerfleddern und hier jedes Detail ausbreiten. Nein, selbst anhören macht schlau.
Orenda haben - mit langem Anlauf und trotzdem ziemlich überraschend - ein bitterböses BM-Album hinbekommen, das mit seiner Urgewalt und seinem ganz eigenen Charakter zumindest bei mir für Staunen und Begeisterung sorgt. Produziert hat man das Ganze vollmundig-rüpelig, so dass entfernt der Eindruck von Trelldom ohne Norsecore entstehen könnte, falls sich darunter jemand etwas vorstellen kann. Doch ganz egal, ob dieser Vergleich hilfreich ist oder nicht, was zählt ist: anhören und genießen. |
|