SYTRIS

Confessions of the Fall (CD 2012)


Nein, rein stilistisch betrachtet ist "Confessions of the Fall" nichts Besonderes. Alles schon mal dagewesen. Ziemlich oft sogar. Trotzdem dominiert das Projekt Sytris mit seinem Debütalbum seit ein paar Wochen meinen Musikkonsum. Was also kann das Herz eines alternden Zynikers erweichen?
An die Mgla-EPs erinnert mich die Scheibe, also an die größten (unerfüllten) BM-Versprechungen nicht nur aus Polen. Ebenso an CB-Balladen vom Schlage eines "Winter of White Death" oder "I Have Seen...". Geboten wird dementsprechend ziemlich eingängiger, getragener bis bestenfalls mäßig flotter, aber immer doch ungemein treibender BM, bei dem der Bass prominent abgemischt ist und mitunter dezente, im Hintergrund versteckte Keyboards (beim Titelstück lässt HLTO grüßen) ihren Teil zur Magie beitragen. Die Kompositionen würde ich als sparsam bezeichnen wollen; Abwechslung wird nur wohldosiert (dafür aber umso treffsicherer) geboten - Gänsehautmomente hat allerdings jedes Stück zu bieten. Besondere Erwähnung hat der eindringliche, ausdrucksstarke und mitunter unkonventionelle Gesang verdient, der auch mal auf polnisch erklingt, was im BM ja für gewöhnlich ganz wunderbar funktioniert.
Wie gesagt, das hört sich nicht so superbesonders an. Ähnliches haben schon viele gemacht. Beziehungsweise, und das ist der springende Punkt: Viele haben es versucht. Sytris geben sich mit schlichtem Versuchen nicht zufrieden. "Confessions of the Fall" ist ein zutiefst emotionales, melancholisches, dabei aber auch sehr erhebendes Stück Black Metal. Mächtig. Voller Urgewalt. Hier haben zwei Musiker ihre Seelen ausgeschüttet, und dabei sind gut 30 Minuten Musik entstanden, die man immer wieder hören will. Hören muss.

10 /10

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Hell Is Here Production

Pluton's Rising Productions

 

Erik
04.03.2013