GRIFT

Fyra Elegier (MCD 2013)


"Poor music for poor people.", meint man bei Nordvis Produktion und versprüht gar hipsterhafte Ironie beim Veralbern alter (dummer) Sprüche. Sehr irreführend, das Ganze, denn mit Hipstern hat die Musik eher wenig zu tun und sonderlich arm finde ich das bisherige Schaffen der Firma allgemein nicht und im speziellen Falle von Grift sogar noch weniger. Noch nicht mal das Intro, das man wahrscheinlich aus Opas Plattenschrank geklaut hat (was wieder zu arm passen würde). Im Gegenteil, die von Vinylgeknister begleitete Fiedel ist ungefähr der stimmungsvollste Auftakt seit der ebenfalls gemopsten Einleitung zu "Dark Medieval Times". Stilistisch ist das zwar ganz was Anderes, aber diese Atmosphäre!
Das musikalische Fundament würde ich in der Nähe von Armageddas einzig erwähnenswertem Werk hören wollen. Ein bisschen rockig, nicht zu schnell, viel Bass, heiserer Gesang. Ein paar wunderschöne, schlichte Melodien hat "Fyra Elegier" zu bieten, die mitunter etwas folkig daherkommen. Sehr entfernt erinnert die Mini an "Bergtatt" oder "Nordavind", ohne jedoch mit deren Problemen zu kämpfen (bei Ulver zuviel Heavy-Eingängigkeit, bei Storm zuviel Versoffenheit). Nein, hier stimmt alles, jede melancholiegetränkte Note ist genau richtig plaziert, unnötigen Ballast gibt es nicht. Vier großartige Stücke sind so entstanden, simple und ergreifende Hymnen an die Schwermut. Erdig und introvertiert, von karger Schönheit wie Skandinavien im November. Sollte man mal gehört haben.

9 /10

Official Website

Nordvis Produktion

 

Erik
06.05.2013