SHADED ENMITY

Forsaken and Forgotten (DL 2013)


"Da macht er erst ewig nichts, und wenn er mal was macht, dann isses oller MeloDeath."
Egal. Shaded Enmity sind eine fantastische Band, und so lange die Herren keine NB-Millionäre sind, werde ich mir nicht nehmen lassen, ihre Musik ein bisschen zu bewerben. Bei "dieser Musik" handelt es sich um das mittlerweile vierte Album namens "Forsaken and Forgotten", das vor ein paar Monaten veröffentlicht wurde und welches gar nicht genug gepriesen werden kann.
Ich war ja ehrlich gesagt vor Albumveröffentlichung ein bisschen skeptisch. Mit dem äußerst rasanten "Hijo Perdido" hatte sich die Truppe etwas in eine Sackgasse gespielt, denn auch wenn die Scheibe ziemlich großartig war, so stellte sie doch auch das Ende der stilistischen Fahnenstange dar: noch atemloser geht's wohl kaum. Für den Nachfolger hieß es also Selbstkopie oder Richtungswechsel, und als Letzteres kann man "F&F" durchaus bezeichnen. Länger, ausschweifender, vielschichtiger und spannender sind die neuen Stücke geworden. Immer mal wieder wird der Fuß vom Gas genommen und mit "And Life Was Great..." gibt es sogar so etwas wie eine Ballade zu bestaunen. Doch ein Trommler wie Simon Dorfman braucht natürlich jede Menge Auslauf, so dass das Album trotz des zugewinns an Abwechslung alles andere als schaumgebremst daherkommt und mit "Prophecies and Pain" vielleicht sogar die bis dato heftigste Shaded-Enmity-Komposition aufbietet. Dass man bei den Amis jede Menge feinster Melodien zu hören bekommt, ist ja nichts Neues. Dennoch ist diesmal die Ohrwurmdichte noch etwas größer, und es gibt auch mehr (sehr ansprechendes) Gitarrengefiedel zu genießen, wofür der neue Mann an der Leadaxt verantwortlich ist.
Ja, was soll ich noch sagen? "Forsaken and Forgotten" ist mit Leichtigkeit das Beste, was der MeloDeath seit den goldenen Jahren der schwedischen Vorreiter hervorgebracht hat. Unglücklicherweise haben jedoch Labels, Presse und selbst viele Bands das Genre in den letzten 15 Jahren so kaputtgespielt, dass es heutzutage kaum noch ein Publikum gibt, welches Scheiße von Schätzen unterscheiden könnte. Das ist ziemlich schade für Bands wie Shaded Enmity, und man muss als Freund des Genres sehr dankbar sein, trotz aller widrigen Umstände noch solche Offenbarungen wie "F&F" geboten zu bekommen.

10 /10

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Erik
01.09.2013