| KNOKKELKLANG
Avgrunnens Klangverk (Demo 2013) |
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Wenn eine Band ihr aktuelles Material lediglich auf Kassette veröffentlicht, fallen mir spontan zwei Gründe dafür ein: Entweder sie will ihre Musik nur für eine begrenzte Zahl von Leuten zugänglich machen (in Zeiten von YouTube ein hehres Unterfangen...), oder sie möchte besonders deutlich machen, dass man ja noch vom alten Schlag ist. Vorstellbar ist im Falle von Knokkelklang beides, denn das Demotape "Avgrunnens Klangverk" erweist sich weder als Werk, dem man besondere Massentauglichkeit unterstellen könnte noch als eines, das sich allzu sehr bei moderner Soundproduktion bedient. Aber bevor wir uns falsch verstehen: Das bedeutet mitnichten, dass die abgelieferten Stücke wie das Duett eines räudigen Föns mit einer wild gewordenen Nähmaschine klingen. "Avgrunnens Klangverk" ist durchaus ordentlich produziert - aber es ist eben nicht überproduziert und das ist das Entscheidende an der Sache. "Authentisch" wäre hier definitiv der Begriff der Wahl und das gilt nicht nur für den Sound, sondern auch für die Kompositionen. Knokkelklang spielen melancholischen Black Metal, der sich dabei allerdings jederzeit vor dem Kitsch so mancher DSBM-Heulboje hütet und stattdessen lieber mit erhabenen Momenten eine Gänsehaut nach der anderen durch den Kopfhörer jagt. Bestes Beispiel hierfür dürften wohl die absolut grandiosen letzten Minuten des ersten Stückes "Navnløse" sein. Der sorgsame Aufbau und der wunderbar erdige Klang der Gitarren erzeugen eine Stimmung von grauer Nachdenklichkeit, ohne dabei schwülstig zu werden. Und wenn dann die Leadgitarre schlussendlich mit einer gleißenden Melodie über dem Klanggeschehen emporsteigt, ist auch klar, warum man Knokkelklang zweifellos ein Händchen für Atmosphäre bescheinigen muss.
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8.5 /10
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Nachtwall |
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